Ein Abschied, der uns alle vereint hat
- vor 9 Stunden
- 2 Min. Lesezeit

Gestern war ein Tag, den ich nie vergessen werde. Ein Tag voller Tränen, voller Schmerz und gleichzeitig voller Liebe, Respekt und Verbundenheit.
Wir haben Abschied genommen von Polizeihauptkommissarin Nicole Metzinger, einer Frau, die für so viele von uns weit mehr war als eine Polizistin.
Ich habe viel geweint. Nicht nur, weil wir eine große Frau verloren haben, sondern weil mir erst in diesem Moment wirklich bewusst wurde, wie viel Nicole getan hat.
Wie vielen Menschen sie geholfen hat. Wie vielen sie etwas beigebracht hat. Wie viele sie geprägt hat, ohne Vorurteile, ohne Distanz, immer mit offenem Herzen.
Ein Abschied, der uns alle zusammenbrachte
Was mich tief berührt hat:
Wir waren an diesem Tag vereint.
Sexarbeitende, Polizei, Kolleg*innen, Menschen aus der Stadtgesellschaft – Rotlicht, Blaulicht und die Öffentlichkeit standen Seite an Seite, um eine Frau zu ehren, die uns alle berührt hat.
Viele Sexarbeitende haben bitterlich geweint.
Und ich weiß warum:
Nicole war für uns nicht nur eine Vertrauensperson.
Sie war jemand, der uns sah.
Der uns ernst nahm.
Der uns schützte.
Der uns mit Würde begegnete, wenn andere uns verurteilten.
Der Direktionsleiter Herr Martin Lotz von der Polizei Köln hielt eine Rede, in der er Nicoles Arbeit auf dem Straßenstrich zweimal erwähnte.
Er wusste, dass ihr Herz für uns brannte.
Er wusste, dass wir wichtig sind.
Und er hat es ausgesprochen.
Das war nicht nur ein Zeichen des Respekts.
Es war ein Moment, in dem wir alle ein kleines Stück Sichtbarkeit bekamen.
Ein Moment, der zeigte, dass Nicoles Haltung Spuren hinterlassen hat. Auch in ihrer eigenen Behörde.
Ein persönlicher Verlust
Für mich persönlich ist Nicoles Tod ein tiefer Einschnitt.
Wenn ich künftig in Polizeischulen gehe und über Sexarbeit spreche, wird ihr Fehlen schmerzhaft spürbar sein.
Sie war diejenige, die aus polizeilicher Sicht erklärte, wie respektvoller Umgang mit Sexarbeitenden aussehen kann.
Und ich war diejenige, die erklärte, warum Nicole unser Vertrauen hatte.
Wir waren zwei Stimmen aus zwei Welten. Gemeinsam haben wir Brücken gebaut.
Eine Frau, die bleibt
Nicole Metzinger hat uns gezeigt, wie viel ein einzelner Mensch bewirken kann, wenn er mit Herz, Mut und Respekt handelt.
Ihr Tod ist ein großer Verlust.
Aber ihr Vermächtnis bleibt, in uns, in unserer Arbeit, in den Menschen, deren Leben sie berührt hat.
Gestern haben wir nicht nur eine Polizistin verabschiedet.
Wir haben einen Menschen verabschiedet, der uns verändert hat.
Und ich werde sie unendlich vermissen.




Kommentare