Warum Aufklärung und Sichtbarkeit für mich so wichtig sind
- vor 59 Minuten
- 2 Min. Lesezeit

Sexualität von Menschen mit Behinderung ist noch immer ein Thema, über das im professionellen Kontext viel zu selten gesprochen wird. Dieses Schweigen führt dazu, dass Bedürfnisse übersehen werden, Fachkräfte unsicher bleiben und Betroffene nicht die Unterstützung erhalten, die ihnen zusteht.
Genau deshalb engagiere ich mich seit vielen Jahren in der Aufklärungsarbeit: um Wissen zu schaffen, Unsicherheiten abzubauen und Sexualität als selbstverständlichen Teil von Pflege, Assistenz und Teilhabe sichtbar zu machen.
Sichtbarkeit bedeutet für mich Würde, Teilhabe und Professionalität. Wenn wir als Fachkräfte offen über sexuelle Assistenz sprechen, stärken wir nicht nur die Rechte von Menschen mit Behinderung – wir verbessern auch die Qualität unserer Arbeit.
Denn Sexualität ist kein Randthema, sondern ein zentraler Bestandteil von Lebensqualität.
Ein wichtiger Baustein dieser Arbeit ist mein Projekt INKLUSIV INTIM, das ich gemeinsam mit der GS:SG Stiftung entwickelt habe. Wir verbinden Aufklärung, Fachwissen und praxisnahe Unterstützung, um Einrichtungen, Teams und Fachpersonal zu befähigen, Sexualität professionell, sicher und respektvoll zu begleiten.

Wege zu mehr Selbstbestimmung und Lebensqualität
Sexuelle Assistenz ist weit mehr als ein Angebot für Einzelpersonen. Sie ist ein Spiegel dafür, wie wir als Gesellschaft – und als professionelle Akteur*innen – mit Nähe, Intimität und Selbstbestimmung umgehen.
In meiner täglichen Arbeit erlebe ich, wie wichtig es ist, Menschen mit Behinderung als selbstbestimmte Individuen wahrzunehmen und ihnen Räume zu eröffnen, in denen ihre Bedürfnisse ernst genommen werden.
Für Fachkräfte bedeutet das:
• Kompetenz im Umgang mit Sexualität und Behinderung
• Sicherheit im rechtlichen und ethischen Rahmen
• Reflexion über eigene Grenzen und professionelle Haltung
• Wissen über Unterstützungsangebote wie sexuelle Assistenz
• Mut, das Thema aktiv anzusprechen
Wenn Einrichtungen und Teams diese Verantwortung annehmen, entsteht echte Teilhabe – und ein Arbeitsumfeld, das Menschen stärkt statt sie zu begrenzen.
Sexualität als Teil eines würdevollen Lebens
Sexuelle Assistenz zeigt, dass jeder Mensch das Recht hat, seine Sexualität frei und würdevoll zu gestalten. Für mich ist es ein Privileg, Menschen auf diesem Weg zu begleiten – und gleichzeitig Fachkräfte zu unterstützen, die dieses Thema professionell in ihrer Arbeit verankern möchten.
Um diese Themen noch sichtbarer in die Fachwelt zu tragen, freue ich mich besonders, dass wir mit INKLUSIV INTIM und der GS:SG Stiftung auf der ALTENPFLEGE Messe in Essen vertreten sind – einer der wichtigsten B2B‑Fachmessen der Pflegebranche.
Du findest uns vom
14. bis 16. April 2026
in Halle 8, Stand 310.
Dieser Messeauftritt wird durch ein Sponsoring von Markt.de ermöglicht.
Für diese Unterstützung bedanke ich mich von Herzen.
Sie macht es möglich, das Thema sexuelle Selbstbestimmung dort sichtbar zu machen, wo es dringend gebraucht wird: mitten in der professionellen Pflegewelt.
Dort möchten wir mit Leitungskräften, Trägern, Fachpersonal und Organisationen ins Gespräch kommen, Wissen teilen und zeigen, wie sexuelle Selbstbestimmung professionell begleitet werden kann. Für uns ist diese Messe ein bedeutender Schritt, um das Thema Sexualität in der Pflege dorthin zu bringen, wo es hingehört: in die Mitte der fachlichen Diskussion.





Kommentare