Sexuelle Assistenz: Ein Weg zu mehr Selbstbestimmung und LebensqualitĂ€t đ
- Nicole Schulze
- vor 1 Tag
- 3 Min. Lesezeit

SexualitĂ€t ist ein GrundbedĂŒrfnis und ein wichtiger Teil unserer IdentitĂ€t.
Doch fĂŒr viele Menschen mit Behinderung ist es schwierig, dieses BedĂŒrfnis Frei und Selbstbestimmt auszuleben.
Genau hier setzt sexuelle Assistenz an: Sie schafft RĂ€ume, in denen Menschen ihre SexualitĂ€t entdecken, verstehen und leben können, ohne Scham, ohne Barrieren und mit voller Selbstbestimmung đ
Was bedeutet sexuelle Assistenz? đ€
Sexuelle Assistenz ist ein Angebot, das Menschen mit Behinderung dabei unterstĂŒtzt, ihre SexualitĂ€t selbstbestimmt zu erfahren. Dabei geht es nicht nur um körperliche NĂ€he, sondern auch um:
âą Beratung und AufklĂ€rung đ§
âą Begleitung bei der Entdeckung des eigenen Körpers đ€Č
âą UnterstĂŒtzung bei intimen Erfahrungen đ«
âą StĂ€rkung der Körperwahrnehmung und des SelbstwertgefĂŒhls đż
Sexuelle Assistenz ist keine Therapie. Sie ist eine Form der UnterstĂŒtzung, die auf Respekt, Vertrauen und Freiwilligkeit basiert. Im Mittelpunkt steht immer die Frage: Was möchte der Mensch selbst?
Die Assistenz orientiert sich an individuellen BedĂŒrfnissen, Grenzen und WĂŒnschen.
Warum ist sexuelle Assistenz so wichtig? đ
SexualitĂ€t von Menschen mit Behinderung ist in unserer Gesellschaft noch immer ein Tabuthema. Vorurteile, Unsicherheiten und fehlende AufklĂ€rung fĂŒhren dazu, dass viele Betroffene ihre BedĂŒrfnisse nicht ausleben können oder sich sogar dafĂŒr schĂ€men.
Sexuelle Assistenz hilft dabei, diese Barrieren abzubauen.
Sie:
âą stĂ€rkt das SelbstwertgefĂŒhl đȘ
âą ermöglicht intime Erfahrungen đ
âą reduziert Einsamkeit đ€
âą schafft RĂ€ume fĂŒr Selbstbestimmung âš
âą fördert ein erfĂŒllteres Leben đș
Sie zeigt: SexualitĂ€t ist ein Recht, fĂŒr alle Menschen, unabhĂ€ngig von körperlichen oder geistigen EinschrĂ€nkungen.
Wie sieht die praktische Arbeit aus? đ ïž
Die Arbeit in der sexuellen Assistenz ist vielfÀltig und wird individuell gestaltet.
Typische Angebote sind:
BeratungsgesprĂ€che đŁïž
Offene GesprĂ€che ĂŒber SexualitĂ€t, Körperwahrnehmung, Partnerschaft oder eigene BedĂŒrfnisse. Ohne Scham und ohne Tabus.
Begleitung bei IntimitĂ€t đ
Achtsame UnterstĂŒtzung bei der Entdeckung des eigenen Körpers oder bei sexuellen Erfahrungen, immer freiwillig und auf Augenhöhe.
AufklĂ€rung und Bildung đ
Workshops und VortrĂ€ge fĂŒr Betroffene, Angehörige und Fachpersonal schaffen Wissen, Sicherheit und VerstĂ€ndnis. Dazu habe ich das Projekt Inklusiv Intim gegrĂŒndet.
Vermittlung von Ressourcen đ
UnterstĂŒtzung bei der Suche nach Netzwerken, Angeboten oder weiterfĂŒhrenden Informationen.
Die Grundlage jeder Assistenz ist die Selbstbestimmung:
Der Mensch entscheidet, was er möchte, wie weit er gehen will und welche Form der UnterstĂŒtzung passend ist.
Wie können Einrichtungen und Pflegepersonal unterstĂŒtzen? đ„
Pflegeeinrichtungen und FachkrÀfte spielen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, sexuelle Selbstbestimmung zu ermöglichen. Sie können viel dazu beitragen, dass SexualitÀt nicht lÀnger tabuisiert wird.
Wichtige Schritte sind:
âą Offene Kommunikation fördern đŹ
âą Fortbildungen nutzen đ
âą Individuelle WĂŒnsche respektieren â€ïž
âą Netzwerke aufbauen đ€
âą Stigmatisierung abbauen đ«
So entsteht ein Umfeld, das Selbstbestimmung stÀrkt und Menschen in ihrer SexualitÀt ernst nimmt.
Warum AufklĂ€rung und Sichtbarkeit entscheidend sind đ
SexualitĂ€t bei Menschen mit Behinderung wird oft verschwiegen. Das fĂŒhrt dazu, dass Betroffene sich allein fĂŒhlen oder ihre BedĂŒrfnisse nicht Ă€uĂern. AufklĂ€rung schafft VerstĂ€ndnis, Sicherheit und Akzeptanz.
Mehr Sichtbarkeit bedeutet:
âą weniger Tabus
⹠mehr VerstÀndnis
âą mehr Teilhabe
âą mehr Selbstbestimmung
Wenn wir offen ĂŒber sexuelle Assistenz sprechen, verĂ€ndern wir gesellschaftliche Bilder und stĂ€rken die Rechte von Menschen mit Behinderung đ
Wege zu mehr Selbstbestimmung đ«
Sexuelle Assistenz ist weit mehr als ein Dienst. Sie ist ein SchlĂŒssel zu LebensqualitĂ€t, NĂ€he und Freude. Sie zeigt, dass jeder Mensch das Recht hat, seine SexualitĂ€t frei zu gestalten, mit Respekt und WĂŒrde.
Wer selbst betroffen ist oder in der Pflege arbeitet, kann viel bewegen:
durch Dialog, durch Wissen, durch Offenheit und durch die Nutzung professioneller Angebote.
SexualitÀt ist ein Teil des Lebens.
Und jeder Mensch verdient die Möglichkeit, diesen Teil Selbstbestimmt zu leben â€ïž




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