Was ich mir von meinen Kund*innen und dem Pflegepersonal wünsche – Ein Blick hinter die Kulissen meiner Arbeit
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In meiner Arbeit als Sexualassistentin und Sexualbegleiterin begegne ich Menschen mit den unterschiedlichsten Lebensrealitäten, Bedürfnissen und körperlichen Voraussetzungen. Seit über zwanzig Jahren begleite ich Menschen mit Behinderungen, mit Demenz, mit Spastiken oder komplexen Pflegebedarfen. Jede Begegnung ist einzigartig – und jede Begegnung verdient Respekt, Klarheit und Sicherheit.
Damit diese Arbeit gelingen kann, braucht es ein gutes Zusammenspiel zwischen mir, meinen Kund*innen und dem Pflegepersonal. Sexualassistenz ist kein „Zusatzangebot“, sondern ein professioneller, intimer Dienst, der Würde, Selbstbestimmung und Lebensqualität stärkt. Und genau deshalb ist es wichtig, dass alle Beteiligten wissen, was ich brauche, um sicher, verantwortungsvoll und wertschätzend arbeiten zu können.
❤️ 1. Offenheit und ehrliche Kommunikation
Ich kann nur gut begleiten, wenn ich weiß, was mein Gegenüber braucht. Dazu gehört:
• klare Wünsche
• Grenzen
• körperliche Besonderheiten
• mögliche Ängste oder Unsicherheiten
Ich erwarte keine perfekten Worte – nur Ehrlichkeit. Alles andere finden wir gemeinsam heraus.
🧭 2. Respekt vor meiner Rolle und meinem professionellen Rahmen
Sexualassistenz ist kein „Gefallen“, sondern eine professionelle Dienstleistung.
Ich bringe Fachwissen, Erfahrung und Verantwortung mit – und ich erwarte, dass diese Rolle respektiert wird.
Dazu gehört:
• keine sexualisierten Erwartungen außerhalb des vereinbarten Rahmens
• keine Grenzüberschreitungen
• keine Vermischung mit Pflege- oder Betreuungsaufgaben
Ich bin nicht „die Freundin“, nicht „die Therapeutin“, nicht „die Pflegerin“.
Ich bin Sexualassistentin – und genau das ist mein professioneller Beitrag.
🧘♀️ 3. Zeit, Ruhe und ein geschützter Rahmen
Intimität braucht Sicherheit.
Ich wünsche mir, dass Kund*innen und Pflegepersonal dafür sorgen, dass:
• der Raum ungestört ist
• keine spontanen Unterbrechungen stattfinden
• notwendige Hilfsmittel bereitstehen
• der Termin nicht „zwischen Tür und Angel“ stattfindet
Ein geschützter Rahmen ist kein Luxus – er ist Voraussetzung.
🧑⚕️ 4. Zusammenarbeit mit dem Pflegepersonal auf Augenhöhe
Pflegekräfte sind oft die Brücke zwischen mir und meinen Kund*innen.
Damit alles gut funktioniert, brauche ich:
• verlässliche Informationen über Mobilität, Lagerung, Risiken
• Hinweise zu medizinischen Besonderheiten
• Unterstützung beim Transfer, wenn nötig
• Diskretion und Respekt gegenüber der Intimsphäre des Kunden
Ich erwarte keine Wertung, keine Scham, keine moralischen Kommentare.
Sexualität ist ein Teil des Menschseins – auch im Pflegealltag.
📝 5. Klare Absprachen und Verlässlichkeit
Damit ich sicher planen kann, brauche ich:
• verbindliche Terminabsprachen
• pünktliche Rückmeldungen
• transparente Kommunikation bei Änderungen
• vollständige Informationen vor dem Erstkontakt
Je klarer die Absprachen, desto entspannter und schöner wird die Begegnung.
💶 6. Zuverlässige und pünktliche Zahlungen
Professionelle Arbeit braucht professionelle Rahmenbedingungen.
Ich erwarte, dass Rechnungen zeitnah und vollständig beglichen werden – ohne wiederholtes Nachfragen, ohne Verzögerungen.
Warum das wichtig ist:
• Es ermöglicht mir, meine Arbeit stabil und planbar auszuführen
• Es zeigt Respekt für meine Zeit und meinen Einsatz
• Es schafft Vertrauen und eine faire Basis für weitere Termine
Zuverlässige Zahlungen sind ein Zeichen von Wertschätzung und Professionalität.
🌱 7. Mut zur Selbstbestimmung
Viele meiner Kund*innen erleben im Alltag, dass andere über sie bestimmen.
In der Sexualassistenz ist es anders:
Hier steht der Mensch im Mittelpunkt – mit seinen eigenen Wünschen, Fantasien und Grenzen.
Ich wünsche mir, dass Kund*innen sich trauen:
• Wünsche auszusprechen
• Fragen zu stellen
• Unsicherheiten zu äußern
• Nein zu sagen
• Ja zu sagen
Selbstbestimmung ist ein Prozess. Und ich begleite ihn gern.
🤝 8. Vertrauen in meine Erfahrung
Ich bringe über zwei Jahrzehnte Erfahrung mit Menschen mit Behinderung, Demenz, Spastiken und komplexen Bedarfen mit.
Ich kenne Risiken, ich kenne Grenzen, und ich weiß, wie man Intimität sicher gestaltet.
Ich wünsche mir, dass Kund*innen und Pflegepersonal darauf vertrauen, dass ich:
• professionell handle
• Risiken einschätze
• Grenzen wahre
• Sicherheit priorisiere
Vertrauen ist die Basis jeder guten Begegnung.
Sexualassistenz gelingt, wenn wir gemeinsam Verantwortung tragen
Sexualität ist ein Grundbedürfnis.
Würde ist ein Grundrecht.
Und Intimität ist ein Teil des Lebens – auch für Menschen, die Unterstützung brauchen.
Damit Sexualassistenz gelingen kann, braucht es Respekt, Klarheit und Zusammenarbeit.
Ich bringe meine Erfahrung, meine Haltung und meine Professionalität ein.
Von meinen Kund*innen und dem Pflegepersonal wünsche ich mir Offenheit, Respekt, Verlässlichkeit – und ebenso eine faire, pünktliche Bezahlung.
Gemeinsam schaffen wir Räume, in denen Intimität möglich wird – Sicher, Würdevoll und Selbstbestimmt.




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