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Sexarbeit ist Arbeit ! Mitsprache statt Bevormundung.

  • 12. Nov. 2025
  • 3 Min. Lesezeit


💋 Warum Sexarbeit legal bleiben muss. Ein sexpositiver Blick von Sexpertin Nicole


Sexarbeit ist Arbeit. Und ich bin stolz darauf, diese Arbeit zu machen. Auf sexpertinnicole spreche ich offen über Lust, Körper, Selbstbestimmung.

Darüber, warum die Legalität von Sexarbeit kein politisches Spiel sein darf, sondern eine Frage der Menschenrechte.


🚫 Das Nordische Modell: gut gemeint, aber gefährlich


In Schweden gilt das sogenannte Nordische Modell: Der Kauf von sexuellen Dienstleistungen ist strafbar, der Verkauf nicht. Klingt erstmal nach Schutz, ist aber in der Praxis ein Problem. Denn Sexarbeit verschwindet dadurch nicht. Sie wird nur unsichtbar, riskanter und stigmatisierter.


• Kund*innen haben Angst vor Strafverfolgung.

• Treffen finden heimlich statt, oft ohne Sicherheitsnetz.

• Zugang zu Hilfe, Beratung und medizinischer Versorgung wird erschwert.


Sexarbeit findet statt – ob legal oder nicht. Die Frage ist: unter welchen Bedingungen?


📊 Was die Evaluation des ProstSchG wirklich zeigt – und warum ich mitgewirkt habe


Ich war selbst Teil der bundesweiten Evaluation des Prostituiertenschutzgesetzes (ProstSchG). Über 2.500 Sexarbeitende wurden befragt, so viele wie nie zuvor.

Und ich habe meine Stimme eingebracht, weil ich weiß: Nur wenn wir selbst sprechen, kann echte Veränderung entstehen.


Die Ergebnisse zeigen deutlich: Das Gesetz hat massive Schwächen. Statt Schutz erleben viele von uns Kontrolle, Misstrauen und unnötige Bürokratie. Besonders trans*, migrantische und queere Kolleg*innen berichten von Diskriminierung und Angst vor Behörden.

Aber diese Evaluation ist mehr als Kritik. Sie ist ein Aufruf zur Zusammenarbeit.

Wir wissen jetzt, wo es hakt. Jetzt müssen wir gemeinsam handeln.


Ich fordere:


• Gesetze, die mit uns gemacht werden – nicht über uns.

• Schutz, der auf Vertrauen basiert – nicht auf Zwang.

• Anerkennung unserer Arbeit – nicht moralische Bevormundung.




Als Sexarbeiterin, Feministin und Mitwirkende an der Evaluation sage ich: Es ist Zeit für eine Politik, die uns sieht, hört und stärkt.


💼 Freiwilligkeit und ökonomische Realität


„Niemand macht das freiwillig“, diesen Satz höre ich oft. Aber was heißt schon freiwillig? Geht jemand gerne bei Wind und Wetter Pakete ausliefern? Oder Nachtschichten im Krankenhaus? Wir alle arbeiten, um zu leben. Auch ich.

Sexarbeit ist nicht immer ein Traumjob – aber sie ist eine legitime, selbstgewählte Arbeit.


✊ Sexpositiver Feminismus: Mein Körper, meine Entscheidung


Ich bin Feministin. Und ich bin Sexarbeiterin. Das schließt sich nicht aus, im Gegenteil. Ein sexpositiver Feminismus kämpft für Wahlfreiheit, für Selbstbestimmung und gegen Stigma.


Er erkennt an:


• Dass Lust kein Tabu ist.

• Dass Frauen über ihren Körper selbst entscheiden dürfen.

• Dass Sexarbeit nicht automatisch Ausbeutung bedeutet.


Ich bin keine „arme Frau“, die gerettet werden muss. Ich bin eine Expertin für Intimität, Kommunikation und Körperlichkeit.


❤️ Fazit: Für eine menschenrechtsbasierte, sexpositive Politik


Sexarbeit muss legal bleiben – für Sicherheit, Würde und Selbstbestimmung.


Ich fordere:


• Mitsprache statt Bevormundung.

• Schutz statt Kontrolle.

• Respekt statt Stigma.


Du willst mehr über meine Arbeit erfahren? Dann stöbere weiter auf sexpertinnicole, hier gibt’s Wissen, Haltung und echte Einblicke in die Welt der Sexarbeit.


🚨 Sexkaufverbot: Was gerade passiert


In Deutschland wird derzeit heftig über ein Sexkaufverbot diskutiert. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und Gesundheitsministerin Nina Warken (beide CDU) fordern, den Kauf sexueller Dienstleistungen unter Strafe zu stellen, nach dem Vorbild des Nordischen Modells. Dabei sollen Sexarbeitende straffrei bleiben, während Freier kriminalisiert werden.


Die Argumente der Befürworter lauten:


• Deutschland sei das „Bordell Europas“.

• Zwangsprostitution und Menschenhandel müssten bekämpft werden.

• Ein Verbot sende ein klares Signal gegen Ausbeutung.


Doch viele Fachstellen, Beratungsstellen und Sexarbeitende – auch ich – sehen das anders.


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