Unterstützung durch sexuelle Assistenz: Unterstützung und Möglichkeiten
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Sexualität ist ein wichtiger Teil unseres Lebens. Sie gehört zur menschlichen Identität und zum Wohlbefinden. Doch nicht alle Menschen haben die gleichen Möglichkeiten, ihre Sexualität frei und Selbstbestimmt zu leben. Besonders Menschen mit Behinderung stoßen oft auf Barrieren – sei es durch körperliche Einschränkungen, gesellschaftliche Vorurteile oder fehlende Unterstützung. Hier setzt die sexuelle Assistenz an. Sie bietet Hilfe, Begleitung und Raum für individuelle Bedürfnisse.
Unterstützung durch sexuelle Assistenz: Was bedeutet das?
Sexuelle Assistenz ist eine Form der Unterstützung, die Menschen mit Behinderung dabei hilft, ihre Sexualität auszuleben. Dabei geht es nicht nur um körperliche Hilfe, sondern auch um emotionale Begleitung und Beratung. Die Assistenz kann sehr unterschiedlich aussehen – je nachdem, was die Person braucht und wünscht.
Zum Beispiel kann eine sexuelle Assistentin oder ein Assistent helfen, Berührungen zu ermöglichen, die sonst schwer fallen. Sie können auch bei der Nutzung von Hilfsmitteln unterstützen oder einfach nur zuhören und begleiten. Wichtig ist, dass die Assistenz respektvoll, einfühlsam und auf Augenhöhe stattfindet.
Diese Unterstützung trägt dazu bei, dass Menschen mit Behinderung mehr Selbstbestimmung erfahren. Sie können ihre Wünsche und Grenzen besser kennenlernen und ausdrücken. So wird Sexualität zu einem positiven und erfüllenden Erlebnis.

Wie funktioniert Unterstützung durch sexuelle Assistenz konkret?
Die konkrete Umsetzung der sexuellen Assistenz ist sehr individuell. Es gibt keine festen Regeln, sondern immer eine Anpassung an die Bedürfnisse der Person. Hier einige Beispiele, wie Unterstützung aussehen kann:
Berührungen ermöglichen: Manche Menschen brauchen Hilfe, um sich selbst zu berühren oder Berührungen zu empfangen. Die Assistenz kann dabei behutsam unterstützen.
Kommunikation fördern: Oft ist es wichtig, über Wünsche und Grenzen zu sprechen. Die Assistenz kann helfen, diese Gespräche zu führen oder alternative Kommunikationswege zu finden.
Hilfsmittel nutzen: Es gibt viele Hilfsmittel, die Sexualität erleichtern – von Vibratoren bis zu speziellen Möbeln. Die Assistenz kann bei der Auswahl und Anwendung helfen.
Emotionale Begleitung: Sexualität ist auch immer mit Gefühlen verbunden. Die Assistenz bietet einen sicheren Raum, um Ängste, Unsicherheiten oder Freude zu teilen.
Aufklärung und Information: Manchmal fehlen Wissen und Informationen. Die Assistenz kann aufklären und beraten, damit Sexualität besser verstanden wird.
Diese Unterstützung ist immer freiwillig und basiert auf Vertrauen. Die Assistenz achtet darauf, dass die Wünsche der Person im Mittelpunkt stehen.
Was passiert bei einer Sexualbegleitung?
Sexualbegleitung ist ein Teil der sexuellen Assistenz. Hier geht es darum, Menschen mit Behinderung bei der Auslebung ihrer Sexualität zu begleiten – sei es bei der Selbstbefriedigung, beim Kennenlernen des eigenen Körpers oder bei Intimitäten mit anderen.
Eine Sexualbegleitung beginnt meist mit einem Gespräch. Dabei wird geklärt, was die Person möchte, was ihr wichtig ist und wo ihre Grenzen liegen. Danach wird gemeinsam ein Plan erstellt, wie die Begleitung aussehen kann.
Während der Begleitung steht die Assistenz unterstützend zur Seite. Sie kann helfen, Berührungen zu ermöglichen, Hilfsmittel bereitzustellen oder einfach nur da sein. Wichtig ist, dass alles in einem geschützten Rahmen passiert und die Person jederzeit die Kontrolle behält.
Sexualbegleitung ist keine Dienstleistung, die man einfach „bucht“. Sie erfordert Vertrauen, Respekt und eine klare Abmachung. So wird sichergestellt, dass die Bedürfnisse der Person im Vordergrund stehen und sie sich wohlfühlt.

Warum ist sexuelle Assistenz so wichtig?
Sexuelle Assistenz ist mehr als nur eine praktische Hilfe. Sie hat eine große Bedeutung für das Selbstwertgefühl und die Lebensqualität. Viele Menschen mit Behinderung erleben, dass ihre Sexualität oft ignoriert oder tabuisiert wird. Das führt zu Isolation, Frustration und einem Gefühl von Ausgeschlossenheit.
Durch sexuelle Assistenz wird dieses Tabu gebrochen. Sie zeigt, dass Sexualität ein Recht für alle Menschen ist – unabhängig von körperlichen oder geistigen Einschränkungen. Die Assistenz unterstützt dabei, eigene Wünsche zu entdecken und zu leben.
Außerdem fördert sie die Inklusion. Wenn Menschen mit Behinderung ihre Sexualität offen ausleben können, trägt das zu mehr Akzeptanz in der Gesellschaft bei. Es entsteht ein Bewusstsein dafür, dass Sexualität vielfältig und individuell ist.
Genau dafür setze ich mich ein. Mit ihrer Arbeit möchte Ich Menschen mit und ohne Behinderung ermutigen, ihre Sexualität Selbstbestimmt zu gestalten. Durch Aufklärungsarbeit kämpfe ich gegen die Stigmatisierung von Sexarbeit und Sexualität bei Behinderung. Auch habe ich das Projekt Inklusiv Intim zusammen mit der GS:SG Stiftung gegründet. Wenn Du uns unterstützen möchtest kannst du das gerne tun bei GoFundme

Wie kann man sexuelle Assistenz finden und nutzen?
Wer sexuelle Assistenz in Anspruch nehmen möchte, steht oft vor der Frage: Wo finde ich diese Unterstützung? Es gibt verschiedene Wege, die helfen können:
Beratung suchen: Viele Organisationen und Beratungsstellen bieten Informationen und Kontakte zu sexueller Assistenz.
Netzwerke nutzen: Es gibt spezialisierte Netzwerke und Vereine, die sexuelle Assistenz vermitteln oder vermitteln können.
Professionelle Anbieter kontaktieren: Einige Fachpersonen bieten sexuelle Assistenz als Dienstleistung an. Dabei ist es wichtig, auf Seriosität und Erfahrung zu achten.
Offene Gespräche führen: Manchmal hilft es, im persönlichen Umfeld oder mit dem Pflegepersonal über das Thema zu sprechen. So können passende Lösungen gefunden werden.
Wichtig ist, dass die Assistenz immer auf freiwilliger Basis erfolgt und die Wünsche der Person respektiert werden. Auch Datenschutz und Diskretion spielen eine große Rolle.
Wenn Du mehr über das Thema erfahren möchtest, findest Du unter sexualassistenz weitere Informationen zu Anbieter:innen.
Sexualität als Teil eines Selbstbestimmten Lebens
Sexualität ist ein Grundbedürfnis und ein Teil der menschlichen Identität. Sie gehört zu einem Selbstbestimmten Leben dazu. Menschen mit Behinderung haben das Recht, ihre Sexualität frei zu gestalten – mit Unterstützung, wenn sie diese brauchen.
Sexuelle Assistenz ist ein wichtiger Baustein, um dieses Recht zu verwirklichen. Sie schafft Raum für Nähe, Berührung und Intimität. Sie hilft, Ängste abzubauen und Selbstvertrauen zu gewinnen.
Wir alle profitieren von einer Gesellschaft, die Sexualität offen und respektvoll behandelt. Eine Gesellschaft, in der niemand ausgeschlossen wird. Deshalb ist es so wichtig, das Thema sexuelle Assistenz sichtbar zu machen und darüber zu sprechen.
Sexuelle Assistenz ist mehr als nur eine Dienstleistung. Sie ist ein Ausdruck von Respekt, Wertschätzung und Menschlichkeit. Sie ermöglicht Menschen mit Behinderung, ihre Sexualität zu leben – Selbstbestimmt, sicher und mit Freude. Wenn wir das anerkennen und unterstützen, schaffen wir eine inklusivere und gerechtere Welt für alle.




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