đż Wenn sich Menschen mit Demenz verĂ€ndern â und NĂ€he bleibt
- vor 2 Tagen
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In meiner Arbeit begleite ich viele Menschen im frĂŒhen Stadium der Demenz.
Es ist eine Phase, in der noch so viel möglich ist: gemeinsame Restaurantbesuche, kleine Wanderungen, Museumsbesuche oder einfach das GefĂŒhl, zusammen Teil der Welt zu sein. Wir lachen, wir entdecken, wir genieĂen. Und wir erleben ZĂ€rtlichkeit, echte, menschliche NĂ€he, die nicht erklĂ€rt werden muss, sondern einfach entsteht.
Doch Demenz ist eine gemeinsame Reise, die sich verĂ€ndert. Je weiter die Erkrankung fortschreitet, desto mehr spĂŒre ich, wie bestimmte AktivitĂ€ten langsam wegfallen.
Ein Spaziergang wird zu anstrengend, ein Restaurant zu laut, ein Museum zu verwirrend.
Die Welt wird kleiner, und gleichzeitig wird eine Ebene immer gröĂer: die GefĂŒhlsebene.
Ich bin ĂŒberzeugt, dass die GefĂŒhlsebene die stĂ€rkste Ebene ist, die wir besitzen.
Wenn Worte verschwimmen, bleibt das GefĂŒhl.
Wenn Orientierung verloren geht, bleibt die Hand, die man kennt.
Wenn vieles nicht mehr möglich ist, bleibt die NÀhe, die Sicherheit schenkt.
Was bleibt, ist die ZĂ€rtlichkeit.
Der erkrankte Mensch sucht weiterhin die WĂ€rme, die wir gemeinsam aufgebaut haben. Das Vertrauen, das wir ĂŒber Monate oder Jahre gewachsen haben, trĂ€gt uns durch die Phasen, in denen Sprache und Alltag brĂŒchig werden.
NĂ€he wird zu einem sicheren Hafen, zu einem Ort, an dem der Mensch sich gehalten fĂŒhlt â egal, wie viel die Demenz ihm nimmt.
Und genau diese Momente genieĂen wir in vollen ZĂŒgen.
Manchmal sitzen wir einfach nebeneinander, halten HĂ€nde, atmen gemeinsam. Manchmal ist es ein LĂ€cheln, ein leises Streicheln ĂŒber den Arm, ein Blick, der sagt:
Ich bin da. Du bist nicht allein.
Diese Augenblicke sind nicht weniger wertvoll als die groĂen AusflĂŒge am Anfang. Im Gegenteil: Sie sind oft die ehrlichsten, tiefsten Begegnungen. Denn hier zeigt sich, was wirklich bleibt, die Verbindung zwischen zwei Menschen, die nicht ĂŒber Worte funktioniert, sondern ĂŒber Herz.
Demenz verĂ€ndert vieles. Aber sie nimmt nicht die FĂ€higkeit zu fĂŒhlen.
Sie nimmt nicht die Sehnsucht nach NĂ€he.
Sie nimmt nicht die WĂŒrde, die in jedem Menschen wohnt.
Und solange ich an ihrer Seite bin, werde ich dafĂŒr sorgen, dass diese NĂ€he, diese WĂ€rme und dieses Vertrauen ihren Platz behalten.
Denn das gemeinsame Sein â egal in welcher Form â bleibt ein Geschenk.
Mein Kollege Thomas Aeffner hat auf seinen Blog einen wunderschönen Beitrag. Klicke hier





