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💛 Sexarbeit – Fakten statt Vorurteile

  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit
 Sexarbeit – Fakten statt Vorurteile Einladung Flyer
Flyer Einladung

Warum diese Veranstaltung genau jetzt wichtig ist


Am 16. April 2026 lädt die FDP Köln zu einer Veranstaltung ein, die längst überfällig ist:


Im Mittelpunkt steht der Abschlussbericht zur Evaluation des Prostituiertenschutzgesetzes (ProstSchG). Ein Gesetz, das seit Jahren kontrovers diskutiert wird, oft laut, selten faktenbasiert und fast nie gemeinsam mit den Menschen, die tatsächlich davon betroffen sind.


Ich freue mich sehr, als Vertreterin des Berufsverbands für erotische und sexuelle Dienstleistungen (BESD) auf dem Podium zu sitzen.

Gemeinsam mit Harriet Langanke von der Gemeinnützigen Stiftung Sexualität und Gesundheit (GSSG) und Valentin Ansvar von der Initiative Kundschaft pro Sexarbeit werde ich darüber sprechen, was die Evaluation wirklich zeigt, welche Mythen sich hartnäckig halten und wie dringend wir eine sachliche, menschenrechtsorientierte Debatte brauchen.


🎙 Die Gesprächspartner*innen des Abends


Auf dem Podium sitzen:


• Harriet Langanke, Gemeinnützige Stiftung Sexualität und Gesundheit (GSSG)

• Nicole Schulze, Berufsverband für erotische und sexuelle Dienstleistungen (BESD)

• Valentin Ansvar, Initiative Kundschaft pro Sexarbeit


💬 Warum diese Diskussion so wichtig ist


Sexarbeit ist ein Bereich, in dem gesellschaftliche Projektionen, moralische Vorstellungen und politische Symbolpolitik oft lauter sind als die Stimmen derjenigen, die täglich in diesem Feld arbeiten.


Das ProstSchG wurde 2017 eingeführt, um Sicherheit zu schaffen, doch viele Sexarbeiter*innen erleben bis heute das Gegenteil: mehr Kontrolle, mehr Stigma, mehr Hürden, weniger Rechte.


Die nun vorliegende Evaluation bestätigt vieles, was Fachverbände seit Jahren sagen:


• dass das Gesetz in zentralen Punkten nicht wirksam ist

• dass es Schutz verspricht, aber häufig Kontrolle produziert

• dass es an den Lebensrealitäten der Menschen vorbeigeht

• dass Stigmatisierung und Angst vor Behörden reale Risiken verschärfen


Diese Erkenntnisse verdienen eine breite Öffentlichkeit. Und sie verdienen politische Konsequenzen.


🌆 Geestemünde: Ein Ort, der wieder sozialer Raum werden muss


Ein Thema, das mir besonders am Herzen liegt, ist die Situation des Straßenstrichs in Geestemünde. Dieser Ort war über viele Jahre ein sozialer Raum: ein klar definierter, sichtbarer und betreuter Arbeitsort, an dem Sexarbeiter*innen nicht im Verborgenen, sondern unter nachvollziehbaren Rahmenbedingungen tätig sein konnten. Genau solche Orte tragen dazu bei, Risiken zu reduzieren, Zugänge zu Beratung zu erleichtern und Stigmatisierung abzubauen.


Doch heute ist Geestemünde weit davon entfernt, ein solcher Raum zu sein. Die Auflagen des Prostituiertenschutzgesetzes sind so hoch, so bürokratisch und so realitätsfern, dass sie den Straßenstrich faktisch entleert haben. Was früher ein strukturierter Arbeitsort war, ist nun ein Ort der Verdrängung. Menschen arbeiten nicht weniger, sie arbeiten nur unsichtbarer, ungeschützter und unter deutlich schlechteren Bedingungen.


Ich fordere deshalb, dass Geestemünde wieder zu dem wird, was es einmal war:

ein sozialer, sicherer, erreichbarer Raum, der Sexarbeiter*innen nicht kriminalisiert oder in die Unsichtbarkeit drängt, sondern ihnen ermöglicht, ihre Arbeit unter menschenwürdigen Bedingungen auszuüben.

Ein funktionierender Straßenstrich ist kein Problem, er ist Teil der Lösung.

Er schafft Sichtbarkeit, ermöglicht niedrigschwellige Unterstützung und verhindert, dass Menschen in gefährliche, isolierte Situationen ausweichen müssen. Wenn wir über Schutz sprechen, dann müssen wir auch über Räume sprechen, die Schutz überhaupt erst ermöglichen.


🧩 Was ich in die Diskussion einbringe


Als Coach, Sexualassistentin und Vorsitzende des BESD arbeite ich seit vielen Jahren mit Menschen, deren Bedürfnisse, Grenzen und Lebensrealitäten oft unsichtbar bleiben.


Ich kenne die Perspektiven der Sexarbeiter*innen, der Kundschaft, der Angehörigen, der Einrichtungen und der Politik.


Ich bringe drei zentrale Anliegen mit:


1. Fakten statt moralischer Projektionen

Sexarbeit ist Arbeit. Punkt. Wer darüber spricht, sollte bereit sein, zwischen persönlicher Moral und rechtlicher Realität zu unterscheiden.


2. Schutz durch Rechte, nicht durch Kontrolle

Menschen werden nicht sicherer, indem man sie registriert, überwacht oder in die Illegalität drängt. Sicherheit entsteht durch Zugang zu Beratung, Gesundheitsversorgung, Arbeitsrechten und Entstigmatisierung – und durch soziale Räume wie einen funktionierenden Straßenstrich.


3. Betroffene müssen gehört werden

Keine Debatte über Sexarbeit ist legitim, wenn sie ohne Sexarbeiter*innen geführt wird. Expertise entsteht aus Erfahrung, nicht aus Vorurteilen.


🤝 Kommt gern vorbei – ich freue mich auf viele Menschen


Die Veranstaltung ist offen für alle, die sich informieren möchten, Fragen haben oder einfach hören wollen, wie Sexarbeit jenseits von Klischees und Vorurteilen wirklich aussieht. Man kann ganz unkompliziert vorbeikommen, ohne Anmeldung, ohne Hürden, ohne Schwellenangst.


Ich freue mich sehr, wenn viele Menschen den Weg zu diesem Abend finden. Jede Person, die zuhört, mitdenkt oder eine neue Perspektive mitnimmt, trägt dazu bei, dass die Debatte über Sexarbeit endlich erwachsener, sachlicher und menschlicher wird. Genau dafür lohnt es sich, zusammenzukommen.

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